Attikas Geschichte

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Im Laufe der Jahrhunderte wurde Attika durch Kriege, sorgsam gesponnene Intrigen, Kultur und Mythen und letztendlich auch Herzlichkeit geformt – Meilensteine auf dem Weg zum Zentrum der zivilisierten Welt. Seine facettenreiche Geschichte ist auch heute allerorts zu spüren, wenn Sie sich dem Anblick Athens öffnen und sein Flair auf sich wirken lassen. Kein anderer Ort der Welt blickt auf ein dermaßen umfassendes historisches Erbe zurück, keine andere Region rund um den Globus ist die Heimat so vieler wichtiger Städte wie Attika.

Tatsächlich sind es Städte wie Elefsis, Megara und Marathon, in denen Demokratie, Philosophie und Poesie (übrigens allesamt griechische Wörter) das Licht der Welt erblickten. Auch Kriege durchziehen die reichhaltige Geschichte der Region; in Salamis und Plateai wurden die Weichen einer freien Welt gestellt, als Athener auf die Perser trafen und siegreich aus der Konfrontation hervorgingen. Viele Hollywood-Blockbuster, wie „300“, wurden vom geschichtlichen Zauber der Region inspiriert; insbesondere die Schlacht bei Marathon und der Angriff des Xerxes dienten als Vorlagen vieler Hollywood-Klassiker. Ein geschichtliches Erbe, dessen Faszination man sich kaum entziehen kann.

Die Athener kämpften erfolgreich gegen Darius und seine Invasionsstreitmacht, ohne auf Verstärkung aus Sparta zurückgreifen zu müssen. Die persische Niederlage wirkte so nachhaltig, dass viele Jahre lang keine weiteren Versuche zur Besetzung Griechenlands unternommen wurden. Tatsächlich dient die brillante Strategie des Miltiades, die bei der Schlacht bei Marathon zum Einsatz kam, auch heute noch als Grundlage der modernen Kriegsführung.

Die Schlacht von Salamis, die der Auseinandersetzung bei Plateai vorausging, wurde zwischen der persischen Flotte und den griechischen Seestreitkräften ausgetragen. Mehr als 300 persische Schiffe wurden beim athenischen Vorstoß auf die gefürchteten persischen Streitkräfte in der Meerenge von Salamis versenkt oder erobert. Wie bei der berühmten Geschichte um die 300 Spartaner in der Schlacht bei den Thermopylen musste sich auch hier eine erdrückende Übermacht einer kleinen Streitkraft geschlagen geben, als die Strategie des Athener Generals Themistokles erfolgreich aufging.

Bei jedem Schritt, unter jedem umgedrehten Stein finden sich Hinweise auf den ständigen Konflikt zwischen Göttern und Menschen, Griechen und Invasoren – oder auch Athenern und anderen Griechen. Bei den meisten Errungenschaften der Wissenschaft, Literatur und Künste zeigt sich jedoch, dass sämtliche Fäden in Attika zusammenliefen, als die Region unter König Theseus ihre Blütezeit erlebte. Obwohl Attikas Architektur an sich bereits höchst beeindruckend ist, tritt sie doch vor der Akropolis in den Hintergrund, der historischen Zitadelle, die den Grundstein der zivilisierten Welt legte und auch heute noch die Silhouette Athens beherrscht.

Das Land der 1000 Ausgrabungen

Seit hunderten von Jahren ist die Region begehrtes Ziel zahlreicher archäologischer Ausgrabungen, die bis ins Jahr 1837 zurückreichen; bis in eine Zeit nach den griechischen Unabhängigkeitskriegen, in deren Verlauf die Herrschaft der Türken letztendlich gebrochen wurde. Allerdings werden die meisten neuzeitlichen archäologischen Funde in Athen mittlerweile nicht mehr von sanftmütigen Archäologen mit vorsichtigen Bürstenstrichen freigelegt, sondern eher von stählernen Maschinenmonstern mit scharfen Zähnen. Der Metropontikas (auch etwas weniger respektvoll U-Bahn-Ratte genannt), eine moderne Aushubmaschine, die zur Ausschachtung der Tunnel für das neue Athener U-Bahn-Netz in ganz Attika eingesetzt wurde, stieß bei seiner Arbeit auf zahlreiche bedeutende historische Stücke. Diese Funde waren so zahlreich, dass sich heutzutage in fast jeder U-Bahn-Station ein kleines Museum findet.

Dank des griechischen Geographen Pausanias, der die meisten säkularen Bauwerke im zweiten Jahrhundert nach Christus dokumentierte, konnten viele antike Schätze Attikas vor dem Zahn der Zeit bewahrt werden und füllen nun zahlreiche Museen der Region. Das erste war übrigens das von Premierminister Ioannis Kapodistrias gegründete Archäologische Nationalmuseum.

Heute kann man durchaus einen ganzen Tag im brandneuen Akropolismuseum verbringen, sich in die goldene Ära Athens zurückversetzen lassen und in ihre ruhmreiche Vergangenheit eintauchen.

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